11Dez

Ganz schön weit oben und ganz schön cool

Sport & Aktiv /

Erst neulich hatte ich mit einem Freund eine Diskussion. Umwelt oder Vererbung? Prägung oder Gene? Das Ergebnis war nicht eindeutig. Persönlich vertrete ich die Haltung, dass vieles mit Prägung zu tun hat, die Gene aber doch ein mächtiges Wörtchen mitzusprechen haben, wenn es um unsere Art und Weise geht, um unser Verhalten, unser Wesen. Worauf ich damit hinaus will? Und was das alles mit Obertauern zu tun hat? Nun, passt auf.

Vielleicht war ich es noch nie. Aber seit ich den magischen 30er überschritten habe bin ich es wohl dezidiert nicht mehr. Nicht mehr am Puls der Zeit, nicht mehr feier- und partywütig und vermutlich auch nicht cool. Selbst meine Tochter, noch keine 6 Jahre alt, machte schon Andeutungen in diese Richtung. Kurzum: Lässig war wohl nicht mein zweiter Vorname. Und Party war nicht das, was ich an einem Wochenende im Sinn hatte. Ich war ernsthaft besorgt. Schließlich ist uncool der kleine Bruder von peinlich. Genau das Wort, das Töchter und wohl auch Söhne so oft sagen: „Papa, du bist so peinlich!“ War es bald so weit, dass ich das zu hören bekam?

“Forever young” in Obertauern

Mitten hinein in meine Grübeleien platze ein Telefonanruf. Skifahren? Obertauern? Nächstes Wochenende? Das kam mir alles ein wenig spanisch vor. Vielleicht weil ich mit meinen Gedanken noch wo anders war. Aber: Skifahren? Jetzt? Im Ernst? Während draußen schon der Frühling fröhliche Urstände feiert? War das sein Ernst? Ich sagte nichts, sondern dachte nur nach.

Aber er bemerkte meine Skepsis. Seine Antwort: Ach komm schon, die Beatles waren dort ja auch schon mal. Ich sage nur „Help“. Damit hatte er mich und musste gar nicht weitersprechen. Als Beatles-Fan musste ich einfach nach Obertauern. Ich dachte schon fast wieder: Die Beatles, sind die eigentlich noch cool, wischte dann aber diesen Gedanken schnell wieder weg und freute mich schon mal vor auf meinen anstehenden Trip nach Obertauern.

Ein paar Minuten Recherche über Obertauern später stellte ich fest, dass die sich ganz schön cool, lässig und jugendlich in Szene setzten. Nightlife und Party schienen da unmittelbar und unverzichtbar dazu zu gehören. Klang gut, denn: So konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ich konnte mich selbst wieder ein bisschen cool, lässig, dynamisch und jung fühlen. Und meinem Umfeld somit beweisen, dass ich es war! Würde ich sonst bitte schön nach Obertauern fahren? Na eben. Ich war jugendlich, dynamisch und schätzte das wilde Nachtleben. Kein Zweifel.

Drei Fliegen mit einer Klappe: Obertauern macht´s möglich…

Achja, und noch eine Fliege kam dazu, die ich mit einer Klappe schlagen könnte: Ich könnte meine etwas eingerosteten Skifahrkünste wieder auffrischen. Denn aufgrund der Lage von Obertauern konnte auch der Frühling dem Schnee nichts anhaben. Obertauern warb mit der Aussage, dass man hier noch Skifahren konnte, während anderswo der Schnee schon längst geschmolzen war. Das nahm ich beim Wort.

Und ganz nebenbei würde ich belegen können, dass die Umwelt wichtig ist. Ich also sozusagen in der richtigen Umgebung wieder lässig und partywütig werde. Die richtige Umgebung und die richtige Stimmung würden auch meine Hände in die Höhe treiben. Ich würde mitsingen, mit klatschen und mich ganz dem Moment und feiern hingegen. Da war ich ganz sicher. Zurückkommen aus Obertauen würde ich als neuer Mensch. Denn wer die ganz besondere Stimmung in Obertauern einmal genossen hatte, der konnte diese Energie auch in den Alltag mitnehmen. So hatte man mir erzählt. Ich war gespannt und hatte bereits das eine oder andere Beatles Lied auf den Lippen, abwechselnd mit dem Lied „Forever Young“. Beides gute Mottos für ein Wochenende in Obertauern, wie ich finde…

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